
Legasthenie
Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben (Legasthenie, LRS, Dyslexie) oder Rechnen (Dyskalkulie) sind nicht nur ein Problem, das Kinder betrifft. Ebenso oft wie bei Kindern sind diese auch Bestandteil des Lebens von Jugendlichen und Erwachsenen.
Während viele der betroffenen Kinder heute Eltern und Lehrer haben, die den besten Weg für sie suchen, sind Erwachsene oft auf sich alleine gestellt. Es fehlt in den meisten Fällen eine genauere Abklärung und die pädagogische oder auch psychologische Unterstützung.
So passiert es schnell, dass mangelnde Fähigkeiten im Schreiben und Lesen oder im Rechnen die Persönlichkeit umklammern. Allgemeine psychische Verunsicherung, Ängste und Selbstzweifel sind die Folge und bestimmen auch maßgeblich den Alltag. An der Arbeitsstelle, selbst in der Partnerschaft, kommt es zu Stress durch die Versuche, die Schwächen im Lesen, Schreiben und Rechnen zu verstecken und zu verheimlichen.
Es kostet die betroffenen jungen Menschen und Erwachsenen enorme Energie, ständig Ausreden parat zu haben. Denn aus der Sicht des Betroffenen scheinen Job und Partnerschaft gefährdet, wenn er „Farbe bekennt“. Das Leben droht in einer Sackgasse zu enden, neue persönliche und berufliche Entwicklungswege bleiben versperrt.
Bei frühzeitiger Diagnose und ganzheitlicher Therapie, die der Persönlichkeit Ihres Kindes in didaktischer, sozialer und emotionaler Hinsicht entspricht, sind große Lern-Fortschritte möglich. Im gezielten Lerntraining, kombiniert mit psychotherapeutischer Arbeit, werden individuell passende Lernstrategien entwickelt und die seelische Stabilität gefördert.
Was ist bei einer Legasthenie-Therapie zu beachten?
- Lerntherapie.
- Ausschlaggebend für die konkrete Vorgehensweise sind die individuellen Lernvoraussetzungen, Bedürfnisse, Schwierigkeiten und Stärken sowie Ziele.
- Individuelle Förderung in Einzelsitzungen oder kleinen Gruppen.
- Lehr- und Lernmethoden auf Grundlage therapeutischer Diagnostik, die die individuellen Stärken und Schwächen des Kindes in den Mittelpunkt rücken.
- Nachgewiesene Wirksamkeit der Therapie.
Die Schwerpunkte einer geeigneten Therapie bei Legasthenie
Es gibt eine große Auswahl an Therapieangeboten. Sie sollten kritisch prüfen, was für die individuelle Förderung Ihres Kindes geeignet ist. Die folgenden Schwerpunkte sollten in einem Therapieangebot vertreten sein:
- Gezieltes, individuelles Lesetraining auf Basis des Stufenmodells: vor allem das Training der Buchstaben-Laut Zuordnung und Übungen zum Verbinden von Lauten, Silben und Morphemen zu einem Wort fördern die Leseflüssigkeit und im Zuge dessen das Leseverständnis sowie die Rechtschreibfähigkeiten.
- Rechtschreibtraining auf Basis des Stufenmodells, das systematisch Rechtschreibregeln und ihre Anwendung vermittelt – und im Zuge dessen das orthographische Regelwissen aufbaut und erweitert.
- Lernstrategien und Arbeitstechniken.
- Arbeit im Hinblick auf die besonderen Schwierigkeiten des Kindes.
- Stärkung der Motivation und Freude am Lernen, Schriftsprache anzuwenden und zu nutzen.